Lesetipp-der-Woche

Löwen wecken

Ayelet Gundar-Goshen

Das Setting ist eine Wüstengegend im israelischen Nirgendwo. Dr. Etan Grien, Neurochirurg prescht mit seinem hochmotorisierten Mercedes nach einem anstrengenden, neunzehnstündigen Arbeitstag zur Entspannung nachts durch die Einöde. Mitten im Gelände überfährt er einen Mann. Nach kurzer Untersuchung des unrettbar Sterbenden und seiner eigenen Handlungsmöglichkeiten entscheidet Grien sich für Fahrerflucht. Sein Opfer, weiß er, ist ein schwarzer Eritreer ohne Aufenthaltserlaubnis. Am nächsten Morgen steht die Witwe des Getöteten vor Etan`s Tür, um ihn zu erpressen. Sie verlangt von ihm medizinische Versorgung „ihrer Leute“- Flüchtlinge, die sich in kein Krankenhaus wagen. So verbringt Etan nach der anstrengenden Arbeit im Krankenhaus die Nächte die Nächte in einer als Krankenstation umfunktionierten Werkstatt. Etan`s Frau ist Kriminalbeamtin und wird genau mit diesem Fall der Fahrerflucht betraut......Es breitet sich hier ein faszinierend vielschichtiger Roman aus. Vordergründig ein Krimi enthüllen Rückblenden und Reflexionen unterschiedliche Perspektiven. Die Autorin versteht es als Psychologin sehr komplexe Persönlichkeitsstrukturen zu entwickeln und stellt uns mehr als ein Mal vor die schwere Frage um Verantwortung und Schuld.

Löwen wecken

13,- €
Verlag:Kein & Aber
Seiten:424
Autor:Ayelet Gundar-Goshen
ISBN:978-3036959405
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Ayelet Gundar-Goshen
Ayelet Gundar-Goshen, geboren 1982, lebt und arbeitet als Autorin und Psychologin in Tel Aviv. Für ihre Kurzgeschichten, Drehbücher und Kurzfilme wurde sie bereits vielfach ausgezeichnet. Ihr erster Roman, »Eine Nacht, Markowitz« (2013), dem der renommierte Sapir-Preis für das beste Debüt Israels zugesprochen wurde, wird derzeit von der BBC verfilmt.
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