Lesetipp-der-Woche

Was wir nicht wussten

TaraShea Nesbit

Das Thema ist das Manhattan Project: Während des 2. Weltkriegs schickten die Amerikaner Tausende Techniker und Wissenschaftler in die Wüste, nach Los Alamos. Der geheime Auftrag war der Bau der Atombombe. Mit den Wissenschaftlern kamen auch die Frauen und Kinder. Sie kamen von überall auf der Welt und ihre einzige Gemeinsamkeit bestand in einem Geheimnis, dass sie selbst nicht kannten. Tarashea Nesbit erzählt von den drei Jahren in Los Alamos als einer unwirklichen Zeit. Was ihren Roman so berührend macht, ist die Tatsache, dass er auf historischen Ereignissen beruht. Ausgesprochen ungewöhnlich ist die Form des Erzählens. Nesbit erzählt durchgängig in der 1.Person Plural. Das ist sehr ausgefallen und sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Lässt man sich jedoch darauf ein, merkt man, dass diese Form perfekt zu dieser Geschichte passt und einen außergewöhnlichen Sog entfaltet. Glasklar erkennt man als Leser, dass es Situationen gibt, die man nur gemeinsam bestehen kann, auch wenn man tief im Inneren alleine bleibt. An keiner Stelle wertet die Autorin die Geschehnisse oder die Gefühle der Frauen. Das überlässt sie uns- dem Leser. Und gerade dadurch wirkt das Buch lange nach!  

Was wir nicht wussten

9,99 €
Verlag:DuMont Buchverlag
Seiten:256
Autor:TaraShea Nesbit
ISBN:978-3832163495
Bestellen
TaraShea Nesbit
TaraShea Nesbit lehrt Creative Writing an der University of Denver und der University of Washington. Ihre Texte erschienen in zahlreichen Literaturzeitschriften. Sie lebt in Boulder, Colorado. ›Was wir nicht wussten‹ ist ihr erster Roman.
Mehr Informationen