Lesetipp-der-Woche

Die Chronik des verpassten Glücks

Peter Henning

"Die Chronik des verpassten Glücks" spielt zwischen Hanau und Krakau. In einem Hanauer Kinderheim verbringt die Hauptfigur Richard Warlo die ersten fünf Jahre seines Lebens; in einem Dorf nahe Krakau sucht er nach der Wahrheit über seinen Ziehvater Pawel Krol. Richard Warlo, Insektenkundler im Kölner Zoo und trauernder Witwer findet beim Aufräumen des Kellers eine Pralinen Schachtel mit Fotos, die seinen Ziehvater Pawel in SS-Uniform zeigen. Diese Entdeckung stürzt Richard in eine tiefe Identitätskrise, denn Pawel war sein Retter, sein Beschützer, sein ein und alles. Er hatte ihn aus dem Kinderheim geholt und umsorgt. Für Richard war er der geliebte Vater. Nun Angesichts der Fotos fühlt Richard sich betrogen und er beschließt die Wahrheit über Pawl herauszufinden. Im Grunde treibt ihn die Frage um: Wer bin ich noch, wenn ich nicht weiß, wer mein Vater war. Um Antworten auf seine Fragen zu erhalten fährt Richard in jenes polnische Dorf, in dem Pawel Krols frühere Frau und die beiden gemeinsamen Kinder leben. Aber die von Pawel verlassene Familie ist nicht begeistert von seinem Besuch und begegnet den Gesprächen mehr als reserviert. Denn auch jeder von ihnen hat die Leerstelle, die Pawel hinterließ mit eigenen Wünschen und Verwünschungen gefüllt, an denen nicht gerührt werden soll. Fazit des ausgesprochen lesenswerten Romans: Warum in der Vergangenheit wühlen, und dort Gespenster aufschrecken, wenn die Gegenwart doch vor uns liegt und jetzt gelebt werden will. 

Die Chronik des verpassten Glücks

EUR 19,99
Verlag:Luchterhand Literaturverlag
Seiten:448 Seiten
Autor:Peter Henning
ISBN:978-3630874463
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Peter Henning
Leben[Bearbeiten] Peter Henning studierte Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main. Seit 1985 war er als freier Journalist für verschiedene deutsche Zeitungen und Rundfunkanstalten tätig, später wurde er Leiter des Literatur-Ressorts bei der Schweizer "Weltwoche". Peter Henning ist Verfasser von Romanen, Erzählungen und Gedichten. 1984 erhielt er den Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises, 1996 den Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung. Im September 2014 fühlte sich die Redaktion des Magazins Cicero von Peter Henning getäuscht, da er in einem dort erschienenen Artikel fälschlicherweise suggeriert hatte, eine Begegnung mit der Schriftstellerin Judith Hermann gehabt zu haben.[1]
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