Der alte König in seinem Exil

Arno Geiger

Jedem Kapitel vorangestellt ist ein kurzer Dialog zwischen dem erkrankten Vater und dem Sohn, manchmal surreal, manchmal weise und immer voller Respekt.

Dem Sohn gelingt es, sich in die „Urängste“ jedes Alzheimer Erkrankten einzufühlen: Mit zunehmendem Gedächtnisverlust geht auch die Fähigkeit verloren, sich zu Hause und somit in Sicherheit zu fühlen. Rastlosigkeit und Verunsicherung sind die Folge.

Arno Geiger spürt den Gefühlen seines Vaters nach: "Ich erkläre es mir so, dass ein an Demenz erkrankter Mensch aufgrund seiner inneren Zerrüttung das Gefühl der Geborgenheit verloren hat und sich an einen Platz sehnt, an dem er diese Geborgenheit wieder erfährt. Da jedoch das Gefühl der Irritation auch an den vertrautesten Orten nicht vergeht, scheidet selbst das Bett als mögliches Zuhause aus.“

Humorvoll werden auch groteske Situationen ohne jede Überheblichkeit geschildert.

Überhaupt war der gütige, warmherzige Ton der beiden miteinander für mich beeindruckend, die Sprache ausgefeilt, kunstvoll und sehr präzise. Die einleitenden Dialoge sind kurz, jedes einzelne Wort auf Wirkung bedacht und ausgelotet.

Der alte König in seinem Exil

17,90 EUR
Verlag:Carl Hanser
Seiten:192
Autor:Arno Geiger
ISBN:3-446-23634-1
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Arno Geiger
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